Haft für Peiniger | 22-Jährige auf Agrar-Hof vergewaltigt

Gepostet am 11. Januar 2017 um 7:32 Uhr
Vergewaltigungs-Prozess | 2 Jahre und 4 Monate Haft für Peiniger
Foto: Meetingpoint Brandenburg

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Vor dem Amtsgericht wurde gestern der Fall eines angestellten Landwirtes verhandelt. Die Staatanwaltschaft warf dem 59-Jährigen vor, im August 2015 eine junge Frau auf einem Agrar-Hof in Potsdam-Mittelmark vergewaltigt zu haben. Demnach habe er die damals 22-Jährige, sie absolvierte dort eine Ausbildung, erst an der Schulter gepackt und dann auf den Boden gedrückt, so dass diese vor ihm knien musste. Trotz erheblicher Gegenwehr, so die Staatsanwältin, zwang er sie zum Oralverkehr. Vor Gericht sagte der Angeklagte erst: „Das stimmt überhaupt nicht. Ich bin an Impotenz erkrankt.“ Demzufolge hätte er die Tat also nicht begehen können. Die Richterin wies ihn darauf hin, dass dies so aus seinem Attest in der Akte nicht hervorgehe. Nach kurzer Prozessunterbrechung und einem gescheiterten Rechtsgespräch zeigte sich der Angeklagte geständig, er räumte über seinen Anwalt ein die Tat so begangen zu haben, wie sie die Staatsanwaltschaft zu Papier gebracht hatte. Obwohl sie angesichts des Geständnisses nicht mehr hätte aussagen müssen, trat die Betroffene dennoch vor das Gericht. Es folgten zunächst gefasste und später sehr emotionale Äußerungen, die junge Frau hatte nach eigenem Bekunden sowohl bei diversen Belästigungen vor der Tat Angst sich zu offenbaren als auch danach. Rechtsanwältin Bettina Holstein, sie vertrat die Nebenklägerin im Verfahren, merkte am Ende des Prozesses an: „Was mir hier beim Angeklagten fehlt ist Reue. Die sehe ich nicht.“ Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenklage forderten 2 Jahre und 6 Monate Haft, der Verteidiger des Angeklagten forderte 2 Jahre auf Bewährung. Nach kurzer Beratung verhängte das Gericht ein Strafmaß von 2 Jahren und 4 Monaten Haft. Gegen das Urteil sind Rechtsmittel möglich. (Meetingpoint Brandenburg)

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Autor
Michael Bergemann