Abfallbilanz | Mittelmärker machen am wenigsten Müll

Gepostet am 13. Februar 2015 um 6:51 Uhr
Abfallbilanz | Mittelmärker machen am wenigsten Müll
Foto: SKB TV

DSL-Vergleich

Anfang eines jeden Jahres beginnt beim öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger das große Rechnen. Eine Menge Zahlen werden aufsummiert, subtrahiert und miteinander verglichen: Der Landkreis Potsdam-Mittelmark erstellt die gesetzlich vorgeschriebene Abfallbilanz für das Vorjahr und meldet diese an das Landesumweltamt. Die Auswertung der Landesbilanz lag Ende 2014 vor.

Potsdam-Mittelmark hat alle Daten in einer eigenen Abfallbilanz nochmals ausgewertet. Ausgewertet wurden die wichtigsten Abfallfraktionen, die der Landkreis aus Haushalten, Gärten und Gewerbe eingesammelt hat. Neben den eigenen Zahlen ist der Vergleich des Müllaufkommens zu den anderen 16 öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern im Land Brandenburg immer wieder interessant und aufschlussreich.

So ist das Restmüllaufkommen in PM von 103 kg je Einwohner im Jahr das niedrigste pro Kopf im gesamten Land Brandenburg. Den meisten Müll „produzierten“ die Einwohner der Stadt Potsdam mit beachtlichen 180 kg pro Person. Auch beim Sperrmüllaufkommen liegt der Landkreis weiterhin vorn. 2013 wurden 8.064 t  oder 39 kg je Einwohner an Schränken, Tischen, Betten und Kommoden eingesammelt oder an den Wertstoffhöfen abgegeben. Damit hat PM das dritt höchste Sperrmüllaufkommen im Land Brandenburg. Nur die Stadt Brandenburg mit 50 kg/EW/a und der Abfallentsorgungsverband „Schwarze Elster“ mit 49 kg/EW/a haben ein Mehraufkommen dieser Abfälle.

Einen erfreulichen Zuwachs hat die Biotonne erfahren. Hier gab es zu 2012 einen Mengenanstieg von 34 % auf 2.128 t. Pro Kopf liegt das Aufkommen damit bei 10,4 kg im Jahr. Trotzdem befindet sich noch ein erhebliches Potential an Organik in der Restmülltonne. Um noch einmal auf die spezielle Biotonne, den so genannten Compostainer aufmerksam zu machen, haben alle Haushalte mit ihrem Abfallgebührenbescheid 2014/2015 ein separates Infoblatt und die Bestellpostkarte „Einmal Bio, bitte“ erhalten. Spitzenwerte gibt es auch bei der Schadstoffsammlung und den Wertstoffaufkommen in der Landesbilanz. Mit 1,43 kg pro Kopf an gefährlichen Abfällen erreicht PM seit Jahren das höchste Sammelergebnis im Land Brandenburg. Zum Vergleich – die Bürger der Stadt Brandenburg haben mit 0,27 kg je Einwohner das niedrigste Aufkommen.

Die gesammelten Mengen an Altglas, Pappe/Papier und Leichtverpackungen (Gelber Sack)  von insgesamt 28.952 t (141 kg/EW/a) zeigen, dass die Bürger des Landkreises auch 2013 kräftig ihre Wertstoffe vom Restmüll trennten. In der Landesstatistik nimmt der Landkreis PM in der Rubrik des gesamten Wertstoffaufkommens eine absolute Spitzenposition ein. Nur die Bürger des Landkreises Uckermark haben hier ein geringfügig höheres Aufkommen.

Insgesamt 1.397 t oder 6,8 kg/EW/a alte Elektroaltgeräte konnten 2013 beim APM verbucht werden. Hinter diesen Zahlen verbergen sich u. a. 5.878 Fernseher, 3246 Kühlgeräte, 2.467 Stück weiße Ware und 180 t Kleingeräte. In dieser Position ist ein Rückgang der Mengen zu 2012 um ca. 10 % zu verzeichnen. Nach Einschätzung der Verwaltung ist dies auf  „Sammelbrigaden“, die meist aus Osteuropa stammen, zurückzuführen. Solche Sammler sind gut strukturiert und organisiert. Leider verbucht die APM GmbH dadurch immer mehr kostenintensive Leerfahrten, da die zur Abholung bereitgestellten Geräte bereits entwendet wurden. Nach wie vor wird auch mit ominösen Handzetteln ohne Absender für eine kostenlose Abholung von Altgeräten vor der Haustür geworben. Und nicht selten werden bei der Abholung nur die „Rosinen“ herausgepickt. Vieles bleibt auf der Straße zurück und muss vom Eigentümer selbst wieder beräumt werden. Was nach näherer Inspektion dem Sammler nichts einbringt, wird auch oft „schadlos“ entsorgt. So könnte es passieren, dass man beim nächsten Spaziergang im Wald, den entsorgt geglaubten Dingen in Teilen oder im Ganzen wieder begegnet. Diese Sammlungen sind prinzipiell illegal, denn elektrische und elektronische Altgeräte müssen nach den gesetzlichen Vorgaben dem Landkreis überlassen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die in den Geräten enthaltenen gefährlichen Stoffe ordnungsgemäß und umweltgerecht entsorgt werden.

Wer diesen Elektroschrott Müllsammlern zur Verfügung stellt, handelt ordnungswidrig. Solche Ordnungswidrigkeiten können mit einem Bußgeld geahndet werden.Obwohl der Landkreis über ein flächendeckendes und gut organisiertes Abfallentsorgungssystem verfügt, werden immer wieder Abfälle jeglicher Art in Wald und Flur illegal beseitigt. Die APM GmbH sammelte 2013 insgesamt 888 t oder 4,3 kg/EW/a ein. Den größten Anteil machen 472 t Haus- und Sperrmüll gefolgt von 316 t Bau- und Abbruchabfällen aus.

 

Autor
glaser