Blütenstadt Werder glänzt mit Dreck im Parkhaus

Gepostet am 15. Mai 2017 um 6:55 Uhr
Foto: Michael Bergemann | SKB TV

Verwahrlosung, Dreck, Graffiti, blinde Zerstörungswut und Drogenkonsum würde man in diesem Gebäude wahrscheinlich nicht vermuten, steht aber leider auf der Tagesordnung. Die Blütenstadt Werder scheint hier zu resignieren und hat wohl diesen Prestige-Bau aufgegeben.

Wenn man durch das am Bahnhof befindliche Parkhaus läuft, fallen einem sofort der schlechte Geruch und ein weißer Schmierfilm auf allen 5 Etagen auf.

Vandalen haben sämtliche Feuerlöscher aus ihren Verankerungen gerissen, deren Inhalt überall gleichmäßig verteilt.

Es gibt kaum eine Wand, die nicht mit überdimensionalen Graffiti-Schmierereien  überzogen ist. Eine auf allen Etagen präsente Videoüberwachung ist zwar mal vor Jahren installiert worden, funktioniert aber scheinbar nicht mehr.

Im Treppenhaus hat man es sich mittlerweile gemütlich gemacht, vor einem Fluchtweg wurde eine Couch platziert, zahlreiche Joint-Reste zieren den Fußboden.

Im ganzen Gebäude macht sich Cannabis-Geruch breit, überall Kippen, Dreck und unendlich viele Glasscherben. Das zuständige Werderaner Ordnungsamt traut sich hier nicht mehr rein, die Stadt scheint ihr Prestige-Objekt am Bahnhof aufgegeben zu haben. Die Stadt Werder ist eine der wohlhabendsten Kommunen im Land Brandenburg. Bis auf Obst, Ketchup- und Lebensmittelproduktion gibt es nicht gerade viel Arbeit in der Stadt, man profitiert vom Tourismus und natürlich vom Baumblütenfest. Die Stadt wuchs in den letzten Jahren enorm schnell, über 25.000 Einwohner leben mittlerweile in der Blütenstadt.

Die meisten Werderaner arbeiten in Berlin, Potsdam oder Brandenburg und nutzen oft den Zug. Für diese Pendler schuf die Kommune einst ein komfortables Parkhaus mit knapp 500 Stellplätzen für PKW`s. Im letzten Sommer mussten nun wegen Sanierungsmaßnahmen zwei Etagen komplett gesperrt werden, die Erneuerung des Oberflächenbelags war fällig, normalerweise keine große Sache, doch statt zügig zu sanieren, stellte man im August 2016 Bauzäune auf und riegelte die Etagen komplett ab, bis heute ist das so. Wann es hier weiter geht steht weiter in den Sternen, nach SKB-Recherche hat die Stadt Werder Regress Ansprüche an den Bauträger gestellt und sitzt scheinbar das Problem aus. | Update 16.05.2017 | Stadt Werder äußert sich  |

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Autor
Michael Bergemann