Brandenburger Straßenbahnen droht das Aus

Gepostet am 15. Februar 2016 um 10:18 Uhr
Fast allen Brandenburger Straßenbahnen droht das Aus
Foto: SKB TV

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Ein Aus für den Straßenbahn-Verkehr in den meisten Städten Brandenburgs wird vom Deutsche Bahnkunden-Verband befürchtet, denn bis zum 1. Januar 2022 müssten nach den gesetzlichen Vorschriften alle öffentlichen Verkehrsmittel vollständig barrierefrei sein. Bei allen Straßenbahnbetrieben im Land (mit Ausnahme von Potsdam) gibt es fast nur Bahnen, die älter als 25 Jahre und nicht behindertengerecht sind. Die Neuanschaffung oder eine Sanierung der Haltestellen könnten sich die klammen Kommunen nicht leisten. Die Landesregierung lasse die Kommunen im Regen stehen und weigere sich, die notwendige Umrüstung finanziell zu unterstützen, klagte ein Sprecher des Verbandes. Ohne eine Unterstützung von Bundes- und Landesregierung sei zu befürchten, dass ab 2022 nur noch in Potsdam Straßenbahnen fahren.

Wegen fehlender Barrierefreiheit | Fast allen Brandenburger Straßenbahnen droht das Aus

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Brandenburger Straßenbahnen droht das Aus? Der Deutsche Bahnkundenverband schlägt Alarm, weil bis 2022 alle Bahnen…

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Pressemitteilung der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH

Um unseren ÖPNV in der Stadt Brandenburg an der Havel bis 2022 barrierefrei zu gestalten, bedarf es einer baulichen Anpassung von 31 Bahnsteigen an insgesamt 14 Haltestellen in unserem Straßenbahnliniennetz. Bereits heute sind von den 85 Bahnsteigen der Straßenbahn 54 Bahnsteige barrierefrei. Die nächsten barrierefreien Umgestaltungen werden an den Haltestellen Fouquéstraße, Silokanal, Rotdornweg, Gördenallee und Geranienweg bis Ende 2017 realisiert. Die verbleibenden Haltestellen sollen dann bis 2022 folgen. Eine Umsetzung der Umbaumaßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit, teilweise müssen Haltestellen verschoben, Mittelinseln angelegt und Straßenführungen geändert werden, ist ohne finanzielle Unterstützung des Landes nicht vorstellbar. Die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH  befördern ihre Fahrgäste schon heute planmäßig nur mit barrierefreien Niederflurfahrzeugen.

Stadt  Brandenburg

Auch wenn einige Straßenbahnen bauartbedingt nur über einen geringen Niederflurraumanteil verfügen, so können doch unsere Fahrgäste mit Mobilitätshandicap jederzeit in diesen Fahrzeugen mitgenommen werden. Aktuell gibt es mit unseren Straßenbahnen daher keine Probleme mit einer barrierefreien Beförderung. Nach 2020 ist jedoch eine schrittweise Modernisierung des Fuhrparks, der zum überwiegenden Teil noch aus DDR-Zeiten stammt, anzugehen. Die Notwenigkeit zur Ablösung der alten Baureihen ergibt sich auch aus der demografischen Entwicklung der Gesellschaft, die einen deutlich höheren Anteil an Fahrgästen mit Mobilitätshandicap erwarten lässt. Die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH, gehen wie alle anderen Straßenbahnbetreiber im Land Brandenburg davon aus, dass die zukünftige Mobilitätsstrategie und die zukünftige Elektromobilitätsstrategie des Landes Brandenburg die Straßenbahnen mit ihrer über einhundertjährigen Geschichte nicht einfach ausklammern werden und daher deren Fortbestand, auch mit einer Landesunterstützung, für unsere Fahrgäste gesichert ist.

 

Autor
Michael Bergemann