Es war einmal ein Märchenwald …

Gepostet am 10. September 2015 um 15:17 Uhr
Es war einmal ...
Foto: SKB TV

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Der Märchenwald im Eichendorffweg wird abgerissen.Figuren aus beliebten Kindergeschichten werden eingesammelt, die Hütten zudem komplett zerschlagen und zu Holzhaufen aufgeschichtet. Die BAS betrieb das Projekt bisher für die Stadt, doch gebe es wohl nun keine geförderten Projektstellen mehr für das Vorhaben. Ausschlaggebend sei zudem eine Auflage aus dem Stadtforstamt gewesen, heißt es aus der BAS. Was das für eine Auflage war, warum das Wald-Inventar nicht verschenkt wurde und ob man probierte, andere Betreiber – ggf. auf ehrenamtlicher Basis – zu finden, ist bisher unklar.

Abriss! Der idyllische Märchenwald auf dem Görden ist jetzt Geschichte. Am Donnerstagvormittag fanden hier „Rückbauarbeiten“ statt.

Posted by Stadtfernsehen Brandenburg on Donnerstag, 10. September 2015

Meetingpoint – Leserin Jackie Koschack kommentiert den Abriss so: „Das vor allem bei Familien mit kleinen Kindern beliebte Ausflugsziel wird normalerweise Anfang Mai eröffnet und dann an den Öffnungstagen von den Kindergärten und Familien um Umkreis genutzt. Der Bekanntheitsgrad trug sich durch die Erwähnung auf Webseiten mit familienfreundlichen Angeboten auch über die Region Brandenburg hinaus. Dass in diesem Jahr keine Eröffnung statt fand, schob man als Anwohner des Gördenwaldes auch auf die BUGA schliesslich war es nageliegend, dass die Mitarbeiter des Märchenwaldes auf die BUGA Gelände umverteilt wurden. Vor einigen Tagen dann das böse Erwachen. Der Märchenwald verschwindet. Das Mit viel Einsatz und Liebe gestaltete Gelände wird demontiert. Eines der Wenigen, auch für Familien mit begrenzten finanziellen Mitteln nutzbares Freizeitangebot verschwindet. Das ist traurig und sollte nicht einfach so im Stillen geschehen.“ (cg1)

Der Märchenwald im Eichendorffweg

Foto: SKB TV

Update 11.09.2015 | Stellungnahme der BAS

  • Was war das für eine Auflage?

BAS: „Gemäß Aussage von Frau Magritz (Stadtförsterin) ist sie verpflichtet, nicht genutzte Flächen aufzuforsten. Da die BAS GmbH nicht mehr in der Lage war, die Fläche zu bewirtschaften, musste der Rückbau erfolgen, da mit den Aufforstungsarbeiten im Oktober 2015 begonnen werden soll.“

  • Seit wie vielen Jahren war der Märchenwald in Betrieb?

BAS: „Errichtet und ständig erweitert und betrieben durch geförderte Maßnahme der BAS GmbH wurde der Märchenwald seit dem Jahr 2000. Letzter Betrieb durch das Projekt Bürgerarbeit „Märchenwald“ bis zum 30.11.2014. Durch geförderte Maßnahmen war es nicht mehr möglich, den „Märchenwald“ weiter zu betreiben.“

  • Hat die Stadt versucht, alternative Betriebsmöglichkeiten (Fördervereine / Initiativen / Kitas / Schulen) zu finden?

BAS: „Die BAS GmbH hat sich stets bemüht, Freiwillige/Ehrenamtliche zur Weiterbetreibung des Märchenwaldes zu finden, was aber leider nicht möglich war. Durch häufige Vandalismusschäden war es nicht möglich die Märchenszenen durchgängig im Wald zu belassen. Sie mussten nach einem Besuchstag abgebaut und eingelagert und am nächsten Tag wieder aufgebaut werden. Dieser Aufwand ist mit Ehrenamtlichen Kräften nicht zu leisten. Zurzeit bemüht sich die BAS GmbH, einen neuen Standort für die Errichtung des Märchenwaldes zu finden, hier müssen aber mit den jeweiligen Eigentümern/Nutzern noch Gespräche erfolgen.“

  • Wie hoch waren zuletzt die jährlichen Kosten (Sach-/Betriebs- und Personalkosten), die der Märchenwald verursacht hat?

BAS: „Die Betreibung des Märchenwaldes war nur durch geförderte Maßnahmen möglich. Zusätzliche Kosten entstanden für das Bastelmaterial für die Kinder und Energiekosten zwischen ca. 500 und 1.000 € pro Saison (abhängig von der Besucherzahl). Ein zusätzlicher Arbeitsaufwand entstand jährlich durch Vandalismusschäden.“

  • Warum wurden die Hütten zerstört und nicht demontiert, um anderweitig aufgebaut oder verschenkt werden zu können?

BAS: „Die Hütten werden nicht zerstört, sondern es erfolgt ein ordnungsgemäßer Rückbau. Sollte der Rückbau durch witterungsbedingte Einflüsse nicht möglich sein, werden diese fachgerecht entsorgt. Weitere gewonnene Materialien werden in aktuell laufenden Projekten genutzt. Die vorhandenen und noch nutzbaren Märchenszenen werden durch die BAS GmbH fachgerecht eingelagert, um an einem neuen Standort wieder aufgebaut werden zu können.“

Autor
glaser