Fonte-Chefin droht mit Geschäftsaufgabe

Gepostet am 6. September 2013 um 9:31 Uhr
Fonte-Chefin Annik Rauh
Foto: SKB TV

Steht das Fonte vor dem Aus?  Fonte-Chefin Annik Rauh hat sich mit einem offenen Brief an die Brandenburger gewandt. Sie sagt, dass es womöglich bald keine Cocktailbar mehr neben der Jahrtausendbrücke geben wird und den sieben festangestellten Mitarbeitern nach derzeitigem Stand spätestens am 30. September gekündigt werde. Grund sei u.a., dass der vermietende event-theater e.V. ab November rund 53% mehr Netto-Miete verlangen soll.

Einleitend stellt Rauh klar: „Dies ist der Brief, den ich niemals schreiben wollte. Dies ist der Brief, der öffentlich macht, was hinter den Kulissen des Fontane-Klubs geschieht. Jedes Detail in diesem Brief ist belegt. Anschuldigungen und Übertreibungen habe ich nicht nötig.“ Konkret geht es darum, dass der neue Vertrag neben der höheren Miete eine jährliche Laufzeit haben soll, für sie und ihr Team also keine Planungssicherheit mehr bestünde. „Langfristige Investitonen sind damit unmöglich und seit Jahren bestehende, bisher sichere Arbeitsplätze sind massiv gefährdet“, so Rauh. Hank Teufer als Chef des event-theater e.V. stellt dagegen auf telefonische Nachfrage klar: „Wir haben nichts dagegen mit allen Mietern im Haus weiter zusammenzuarbeiten und haben im ersten Schritt Annik Rauh angeboten, das Fonte bis zum 31.12.2013 zu den alten Konditionen weiterbetreiben zu können.“ Darauf sei diese jedoch nicht eingegangen. Teufer bestätigte auch, dass es zwar einen neuen Vertragsentwurf für das Fonte gebe, man aber auf schriftliche Änderungswünsche von Rauh warte. Die Verzögerung habe hierbei nicht der Verein zu verantworten, erst im Juni habe man als Ankermieter wieder das „Go“ für den Weiterbetrieb von der Stadt erhalten. Darüber hinaus schätze man die Arbeit von Rauh. Maßgeblich durch ihr Wirken sei das Fonte zu dem geworden, was es heute ist. Ob sich die beiden Verhandlungspartner einigen ist bisher offen. Annik Rauh bietet ihrerseits an, 10% mehr Miete zu bezahlen und im Gegenzug die übrigen Bedingungen festzuschreiben, auch schlägt sie 10 Jahre Laufzeit vor. Rauh: „Der Gang an die Öffentlichkeit ist unser letzter Versuch, den Fontane-Klub so zu erhalten, wie er seit Jahren von den Brandenburgern und Touristen geschätzt und geliebt wird. Nur mit langfristig einhaltbaren Mietverträgen für alle Untermieter kann dauerhaft die Kultur im Haus unterstützt und finanziert werden. Momentan sägt der Verein den Ast ab, auf dem er selber sitzt.“ (cg1)

 

Autor
glaser