Internationaler Drogenring zerschlagen

Gepostet am 9. Juli 2013 um 13:14 Uhr
Internationaler Drogenring zerschlagen
Foto: LKA Bayern

Die letzte Woche in der Stadt durchgeführte Festnahme am Tschirchdamm war Teil einer Polizeiaktion gegen einen internationalen Drogenring, das meldet heute das bayrische LKA. Demnach handele es sich bei dem Mann (51) um einen Kurier, der aus der Havelstadt 50.000 Euro – die vermutlich aus Drogengeschäften stammen – abholen sollte. „Der mutmaßliche Geldkurier aus den Niederlanden wurde nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt“, sagt ein Ermittler. Das Geld fanden die Rauschgiftfahnder übrigens im Kühlschrank eines 26-Jährigen aus Brandenburg, auch ein Kilogramm Amphetamine wurde bei ihm entdeckt.

Augenzeugen berichten, dass es neben dem Einsatz am Tschirchdamm auch im Birkenweg auf der Scholle ein entsprechendes Polizeiaufgebot gab. In Berlin und Brandenburg wurde jeweils eine Person festgenommen, im Landkreis Deggendorf setzten die Ermittler zudem ein Pärchen (24/25) fest. Deutschlandweit wurden zwölf Objekte durchsucht, drei davon in Brandenburg. Es wurden Fahrzeuge, Konten, Bargeld etc. mit einem Gesamtwert von 700.000 Euro vorläuftig gesichert und 18 kg Drogen sichergestellt. Aufgespürt haben Ermittler die Händler in einem verschlüsselten Netzwerk, dem sog. „Darknet“. (cg1)

 

Internationaler Drogenring gesprengt

Leserfoto: Dirk | meetingpoint

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Pressemitteilung des LKA:

MÜNCHEN/DEGGENDORF: Seit Anfang 2013 ermitteln Beamte des Dezernates Rauschgift im Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Deggendorf gegen eine internationale Gruppierung, welche im Verdacht steht, mit Betäubungsmitteln verschiedenster Art Handel in nicht geringer Menge zu betreiben. Die Ermittlungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen in Salzburg und Wien, in deren Gebiet die Tatverdächtigen ebenfalls Drogen im KG-Bereichgeliefert hatten. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen gestalteten sich in diesem Verfahren als besonders schwierig, da die Tatverdächtigen die Vorabsprachen der jeweiligen Drogengeschäfte über ein verschlüsseltes Internet-Netzwerk, im sog. „Darknet“ führten. Dieses Darknet, welches auch und gerade für kriminelle Aktivitäten genutzt wird, bietet eine relativ hohe Abschottung, da einem Außenstehenden und somit auch den Ermittlungsbehörden der Zugriff auf das Netzwerk nicht ohne weiteres möglich ist, oder aber auch von der Existenz eines solchen Netzwerkes nichts bekannt ist. Hat sich der Benutzer erfolgreich in ein solches anonymisiertes Netzwerk eingewählt, kann er sich dort, wie dies bei legalen Handelsportalen auch der Fall ist, einen Account erstellen und dort handeln. Der Kunde bestellt Ware bei einem Verkäufer, bekommt diese dann in der Regel mit der Post zugestellt und vergibt dafür Bewertungen.

 

Internationaler Drogenring gesprengt

 

Die Bezahlung erfolgt dabei mit sog. „BitCoins“, einer grundsätzlich legalen virtuellen Währung, welche über Onlineportale problemlos in jede gewünschte Realwährung umgetauscht und auch wieder ausbezahlt werden kann. Durch Nutzung dieses Bereiches des Internets, welcher ausschließlich über verschlüsselte und anonymisierte Bayerisches Landeskriminalamt Netzwerke zugänglich ist, versuchen sich die Betreiber grundsätzlich jeglicher kriminalpolizeilicher Kontrolle zu entziehen. So aber nicht in diesem Fall. Durch geschickte Ermittlungen gelang es den Beamten des Rauschgiftdezernates im BLKA die Spur des Rauschgiftes und des Drogengeldes, trotz verdeckter Absprachen im Darknet, aufzunehmen und zu verfolgen. Dadurch wurden bereits im Vorfeld der Durchsuchungsmaßnahmen bisher mehr als 17 Kilogramm Amfetamin und über 100.000 Euro Drogengelder sichergestellt. Gegen drei Beschuldigte hat die Staatsanwaltschaft Deggendorf Haftbefehle bei dem zuständigen Amtsgericht Deggendorf erwirkt. In den Morgenstunden des 4.Juli 2013 erfolgte dann eine koordinierte Durchsuchungsaktion mit Festnahmen. Im Landkreis Deggendorf wurde ein 24-Jähriger und seine 25-jährige Lebensgefährtin festgenommen. Beide wurden in Justizvollzugsanstalten verbracht.

In Berlin und Brandenburg a. d. Havel wurde jeweils eine Person festgenommen. Bei einem 28-Jährigen wurden 100 Gramm Kokain sichergestellt. Auch gegen ihn erging Haftbefehl. Bei einem 26-Jährigen konnte ein weiteres Kilogramm Amfetamin sichergestellt werden. Außerdem entdeckten die Rauschgiftfahnder 50.000 Euro, versteckt im Kühlschrank seiner Wohnung. Dieses Geld wollte er noch am selben Tag einer weiteren Person, die extra aus den Niederlanden nach Brandenburg a. d. Havel anreiste, übergeben. Als der 51-Jährige aus Utrecht dann in einem schwarzen Mercedes Vito in einem Parkhaus in Brandenburg a. d. Havel einparkte, wurde er vorläufig festgenommen. Der mutmaßliche Geldkurier aus den Niederlanden wurde nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Insgesamt wurden in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bayern 12 Objekte durchsucht. Es waren insgesamt 70 Beamte eingesetzt. Es wurden mehrere Fahrzeuge, Immobilien, Konten und Bargeld im Gesamtwert von ca. 700.000 Euro vorläufig gesichert und mehr als 18 Kilogramm Amfetamin sichergestellt.

Autor
glaser