Susanne Melior | Niemand muss auf seinen Döner verzichten

Gepostet am 1. Dezember 2017 um 12:58 Uhr
Foto: Susanne Melior (SPD)




Das Europaparlament könnte demnächst die geplante EU-weite Zulassung von Phosphaten in Döner-Fleisch verhindern. Das Parlamentsplenum wird in der Woche ab dem 11. Dezember über einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission abstimmen, wie die Volksvertretung mitteilte. Im zuständigen Umweltausschuss hatten sich zuvor vor allem Abgeordnete der sozialistischen, grünen und liberalen Fraktionen gegen die Änderung ausgesprochen. Der Zusatz von Phosphaten in verarbeitetem Fleisch ist dem Europaparlament zufolge in der EU derzeit nicht grundsätzlich erlaubt. Aufgrund bestehender Regulierungslücken und Ausnahmen werden sie allerdings genutzt, um das Austrocknen von Fleisch zu verhindern und den Geschmack länger zu erhalten. Der Umweltausschuss des Parlaments verwies nun darauf, dass es einigen Studien zufolge Gesundheitsbedenken beim Einsatz von Phosphaten in Nahrungsmitteln gebe. Die EU-Kommission hatte im September vorgeschlagen, die Zusätze einheitlich zu erlauben. Die EU-Staaten müssen darüber befinden. Das Europaparlament kann allerdings mit einer absoluten Mehrheit von 376 Stimmen ein Veto gegen die Änderungen einlegen. Sollte dies geschehen, würde sich an der bestehenden Gesetzeslage zunächst nichts ändern.

Der Döner Kebab ist deutschlandweit gerettet. Die Entscheidung im Lebensmittelausschuss hat keine Auswirkungen auf den Dönerverkauf. #dönergate

Posted by Susanne Melior on Donnerstag, 30. November 2017

Die EU-Kommission könnte gegebenenfalls neue Änderungen vorschlagen, die neuerdings geprüft werden müssten. „An der bestehenden Rechtslage in Europa und Deutschland ändert sich erst einmal gar nichts“, sagte die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior.  „Dönerspieße können wie bisher produziert und verkauft werden. Niemand muss auf seinen Döner oder Gyros verzichten.“ Bild hatte zuvor berichtet, dem Döner drohe wegen des möglichen Parlaments-Vetos das Aus.

Foto: Ralf Holzschuher & Susanne Melior im Bürgerbüro Brandenburg

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Autor
Michael Bergemann