RFT feiert 65 jähriges Bestehen

Gepostet am 27. September 2013 um 8:43 Uhr
RFT feiert 65 jähriges Bestehen
Foto: DRA

Rund 350 Gäste (unter ihnen der Star-Designer Luigi Colani) waren vor Ort, im Pauli-Kloster wurde heute das 65-jährige Jubliäum der Marke RFT gefeiert.

Besonders ist das deshalb, weil fast alle in der DDR gefertigten elektrotechnischen Bauelemente wie Mikrofone, Transistoren, Messtechnik, Schiffselektronik, industrielles Fernsehen sowie Rundfunk- und Fernsehgeräte unter dieser Marke hergestellt wurden. Doch was hat ein Designer wie Colani mit RFT zu tun? Was viele nicht wissen: Der gebürtige Berliner hat nach der Wende Firmen aus Ostdeutschland kostenfreie Unterstützung angeboten und Produkte gestaltet. So auch für RFT. 

Zwei Mitarbeiter der Firma lasen damals einen Bericht über Colani, dieser hatte gerade Bettwäsche für eine Ost-Firma kreiert. Die RFT-Vertriebsleitung kontaktierte den Designer – der sagte sofort ja! Pünktlich zur IFA war der Colani-Fernseher fertig. Der Designer selbstbewusst: „Wir haben damals Sony in den Nacken geatmet, wir hatten sie eigentlich überholt. Aber unsere Marke RFT war auf dem Weltmarkt gar nischt, die kannten wenige. Dass wir eine Weltsensation geschaffen hatten, das ging unter. Wir haben geheult wie Schlosshunde.“ 

Spannend wird, ob sich Luigi Colani künftig nochmal in Brandenburg an der Havel austobt. Dreimal setzte er in seiner Rede an: „Ich will dieser Stadt helfen…“, driftete dann aber immer wieder ab und landete schließlich bei seinen fünf gehaltenen Weltrekorden, einer Erotik-Ausstellung in der Schweiz und der Unfähigkeit klassischer Autodesigner. Die Geschichte der RFT begann in der Havelstadt im Jahr 1958. Damals wurde eine kleine Werkstatt mit sechs Mechanikern eingerichtet. Drei Jahre später begann hier ein Lehrling seine Ausbildung zum Rundfunk- und Fernsehmechaniker, der mittlerweile als Chef das Unternehmen führt: Dr. Klaus-Peter Tiemann. RFT-Geschäftsführer Stefan Tiemann kündigt für die Zukunft weitere Innovationen an. So nehme man in Kürze zwei Systeme zur Qualitätsoptimierung in Betrieb, diese sollen sicherstellen, dass es künftig keine witterungsbedingten Ausfälle der RFT-Dienste mehr geben soll. Auch habe man den Aufbau eines eigenen Rechenzentrums und den Start von „RFT kabel choice“, einer Art digitalen Mediathek, geplant. 

Die RFT-Geschäftsführung hatte Besucher gebeten, von Geschenken Abstand zu nehmen und statt dessen lieber für die Brandenburger Tafel zu spenden. Stefan Tiemann konnte am Ende der Veranstaltung so Adelheid van Lessen von der Brandenburger Tafel einen 4.000 Euro schweren Scheck übergeben. (cg1) 

Autor
Michael Bergemann