Stellungnahme der Gewerkschaft ver.di

Gepostet am 9. März 2016 um 10:28 Uhr
ver.di zur Nachbesetzung der Feuerwehrleitung
Foto: SKB TV

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Stellungnahme der Gewerkschaft ver.di zur Nachbesetzung der Feuerwehrleitung in Brandenburg an der Havel 

Seit einigen Tagen gibt es in der Stadt Brandenburg vermehrt Unruhe. Es geht um Vorwürfe in Zusammenhang mit der Neubesetzung/Ausschreibung der Stelle der Chefin, des Chefs, der Brandenburger Berufsfeuerwehr. Die Stelle soll, nach Beteiligung des Personalrates, öffentlich ausgeschrieben werden. Die Diskussion darum und die öffentlichen Vorwürfe sind für die Landesfachgruppe Feuerwehr nicht nachvollziehbar. Fakt ist, das die Stelle als Stelle des höheren Dienstes ausgewiesen ist. Und ebenfalls Fakt ist, dass es in der Feuerwehr Brandenburg keine Beschäftigte, keinen Beschäftigten gibt, die/der die fachliche Qualifikationen besitzt, die Stelle zu besetzen. Wenn wir richtig informiert sind, bräuchten interne Bewerber mehrere Jahre Ausbildung, um die Qualifikation nachzuholen. Alles mit dem Risiko, dass es auch Prüfungen zu bestehen gibt. ver.di befürwortet, dass es in Dienststellen eine kontinuierliche Personalentwicklung gibt. Hier könnte man dem amtierenden Feuerwehrchef den Vorwurf machen, dass es keine rechtzeitigen Ausbildungsangebote mit dazugehörigen Interessenbekundungs- und Auswahlverfahren gab. Zu berücksichtigen ist auch das Grundgesetz. Bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst, darf es keine Bevorzugung und keine Benachteiligung geben. Eine „Bestenauswahl“ durch öffentliche Ausschreibung verhindert nicht die Bewerbung interner Bewerberinnen und Bewerber.

Des Weiteren ist es nie gut, zu lange im „eigenen Saft zu schmoren“. Neue Kräfte haben zwar den Nachteil, dass sie sich in die Besonderheiten vor Ort einarbeiten müssen (dürfte schnell gehen, wenn die Vorgänger die Arbeit der Feuerwehr nach herkömmlichen, einheitlichen Grundsätzen durchgeführt haben), dafür sind sie aber nicht für eingefahrene Strukturen und eventuelle Verfilzungen verantwortlich. Sie bringen Leitungserfahrung mit und können, ohne große Rücksicht nehmen zu müssen, den Istzustand in der Berufsfeuerwehr analysieren.

Öffentlich geäußerte Vorwürfe wegen eventueller Benachteiligungen, sind nicht hilfreich und schaden dem Besetzungsverfahren. Wenn sich eine Bewerberin oder ein Bewerber im Auswahlverfahren benachteiligt fühlt, hat sie/er verschiedene Mittel, das Verfahren gegebenenfalls zu korrigieren oder sogar zu stoppen. ver.di wünscht sich für die Berufsfeuerwehr, eine baldige Beruhigung der Lage und viel Erfolg bei der schwierigen Suche, nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern.

(Dieter Korte  – Landesfachgruppe Feuerwehr)

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glaser