Teure Bilanz | VBBr Chef über Vandalismusschäden

Gepostet am 7. November 2017 um 15:13 Uhr
Fotomontage: SKB TV




Was häufig durch Pseudo-Graffiti-Künstler ein Streich oder Kick ist, eventuell Ruhm in der Szene bringt, ist kein Kavaliersdelikt. Vandalen und illegale Graffiti-Schmierer hinterlassen oft an Bushaltestellen oder in Fahrzeugen der Brandenburger Verkehrsbetriebe erheblichen Sachschaden. 

SKB sprach mit Jörg Vogler, dem Chef der VBBr über diese teuren Vandalismus-Schäden.

Wie hoch sind die Schäden im Durchschnitt im Jahr?

Jörg Vogler: „Die Schäden durch Vandalismus in den Fahrzeugen und an den Haltestellen führen immer wieder zu zusätzlichen Beseitigungskosten. Die Kosten bewegen sich am Anfang des fünfstelligen Bereiches. Die Schadensarten sind vielfältig, z.B. beschmierte Haltestellen, angekokelte Fahrplantafeln, zerstörte Sitzbänke, eingeschlagene oder zerkratzte Scheiben, Kaugummi in Sitzpolster, aufgeschnittene Sitzpolster. Einige Schadensarten treten so häufig auf, dass wir viele Stunden unserer Mitarbeiter für eine engmaschige Kontrolle und schnelle Beseitigung verwenden müssen.“

Wer bezahlt die Vandalismus-Schäden?

Jörg Vogler: „Die Vandalismusschäden werden vom Unternehmen bezahlt, soweit nicht ein Täter ermittelt und in Schadenersatz genommen werden kann. Wir stellen auch regelmäßig Strafanzeige bei Vandalismusschäden. In diesem Jahr sind bereits zwei Jugendliche gerichtlich verurteilt worden, den angerichteten Schaden wieder bei uns abzuarbeiten.“

Wie hoch sind die Kosten zur Beseitigung im Durchschnitt?

Jörg Vogler: „Das hängt sehr von der Schadensart ab und bewegt sich oft zwischen ca. 100 Euro bis ca. 1.000 Euro.“

Werden die Kosten zur Beseitigung auf die Fahrgäste umgelegt?

Jörg Vogler: „Die Kosten eines ÖPVN-Unternehmens werden nur zu einem Teil aus Fahrscheinverkäufen an die Fahrgäste gedeckt. Ein Großteil der Kosten wird auch über staatliche Zuschüsse, also aus Steuergeldern, gegenfinanziert. Andernfalls wären die Fahrpreise bundesweit fast zu verdoppeln, was jedoch dem gesetzlichen Ansatz einer (sozialen und von allen nutzbaren) Daseinsvorsorge zuwiderliefe. Da der Fahrgast mit seinem Fahrschein nur einen Teil der Kosten des ÖPNV-Unternehmens abdeckt, führen höherer Vandalismusschäden/-kosten auch nicht direkt in eine Fahrpreiserhöhung. Gleichwohl müssen diese Schäden zeitnah beseitigt werden. Und die Kosten hierfür gehen zusätzlich zu Lasten der Allgemeinheit.“

Muss in Zukunft mit einer grundsätzlichen Preiserhöhung bei den VBBr gerechnet werden?

Jörg Vogler: „Wenn sich auch diese Frage auf eine Kausalität mit dem Thema Vandalismus bezieht, dann ist aus den aktuellen Daten heraus auch in der Zukunft nicht mit einer Preiserhöhung wegen Vandalismusschäden zu rechnen.“

Was häufig durch Pseudo-Graffiti-Künstler ein Streich oder Kick ist, eventuell Ruhm in der Szene bringt, ist kein…

Posted by SKB TV on Dienstag, 7. November 2017


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Autor
Michael Bergemann