Viehdiebe schlagen wieder zu | Soko Koppel sucht Zeugen

Gepostet am 6. November 2017 um 10:17 Uhr
Foto: SKB Archiv




Den Landwirten der Agrargemeinschaft Freiwalde (Landkreis Dahme-Spreewald) wurden am 26.09.2017 acht Kälber gestohlen, nachdem sie zuvor professionell betäubt wurden. „Neben dem emotionalen Verlust entstand ein Sachschaden von zirka 7.500 Euro.“, erklärt der Geschäftsführer des Betriebes Georg Gratzias. Die Diebe waren in der Dunkelheit vom nahegelegenen Waldstück her mit einem LKW angerückt, den sie direkt bis auf die abgelegene Koppel lenkten. Dann betäubten sie die Tiere mit Narkosepfeilen und führten diese auf ihr Fahrzeug. Da für die Tat eine erhebliche kriminelle Energie, landwirtschaftlicher Sachverstand sowie detaillierte Ortskenntnisse erforderlich waren, geht Mario Willi Kraft, Verantwortlicher für die Tiere, von einem organisierten Verbrechen aus. Am Ort des Geschehens ließen die Viehdiebe neben tiefen Reifenspuren fünf Betäubungspfeile, zwei Führungsstricke sowie ein totes Tier zurück, dass vermutlich an einer Überdosis Betäubungsmittel verendete. Im nahegelegenen Waldstück fand die Polizei wenig später die Ohrmarken der etwa ein halbes Jahr alten Rinder. LBV- Präsident Henrik Wendorff erklärt: „Viehdiebstähle dieser Größenordnung sind in Brandenburg bislang Einzelfälle, die wir jedoch sehr ernst nehmen. Um solche Straftaten aufklären zu können, ist es notwendig, dass die Ermittlungsbehörden Zugriff auf das Herkunftsinformationssystem Tierhaltung (HIT) erhalten, in dem die Tiere erfasst sind. Derzeit ist das auch aus Datenschutzgründen nicht möglich – ein großes Problem. Der Ermittlungsdruck auf die Täter muss dringend erhöht werden.“ Zur Aufklärung von Viehdiebstählen wurde die SOKO „Koppel“ sowie ein Präventionsteam der Polizei gegründet. (Tino Erstling)

Hinweise nimmt die Soko „Koppel“ unter Telefon 0335-5614311 entgegen.


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Autor
Michael Bergemann