Werner Große zum Ehrenbürger von Werder (Havel) ernannt

Gepostet am 14. Juli 2017 um 12:47 Uhr
Foto: SKB TV



Standing Ovations auf der Bismarckhöhe: Dem früheren Werderaner Bürgermeister Werner Große ist am Donnerstagabend die Ehrenbürgerschaft der Stadt Werder (Havel) verliehen worden. Werner Große war von 1990 bis 2014 Bürgermeister von Werder und galt als einer der populärsten Amtsinhaber des Landes Brandenburg. Heute ist der 67-Jährige als Kreistagsvorsitzender von Potsdam-Mittelmark und Stadtverordneter in Werder in politischen Ehrenämtern aktiv.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß würdigte ihn in einer Laudatio für seine Bürgernähe, sein Verhandlungsgeschick für die Stadt, seine Zuverlässigkeit, sein Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, genau zuzuhören. „Werner Große stand als Bürgermeister für einen schlanken und wirtschaftsfreundlichen Verwaltungsapparat und dafür, sich nicht mit Dingen zu überheben, die andere besser können“, so Manuela Saß bei einer Festsitzung der Stadtverordneten mit rund 300 Gästen im Großen Ballsaal der Bismarckhöhe. Sie erinnerte besonders an die enorme Aufbauleistung nach der Wende. Die Stadt habe unter seiner Führung schon zu Beginn der 90er-Jahre ihren Ruf als Aufbaumeister gefestigt.

Manche Entscheidung, die dem zupackendem Wesen des früheren Bürgermeisters zugeschrieben wurde, habe sich später auch als strategisch durchdacht erwiesen. Wie heute bisweilen über die Blütentherme sei einst auch über die Unterstützung für das Resort Schwielowsee oder die Entscheidung zum Erwerb der Bismarckhöhe der Kopf geschüttelt worden, so Manuela Saß. „Doch als ich vor zweieinhalb Jahren Bürgermeisterin wurde, waren die großen Weichen richtig gestellt. So richtig, dass Prognosen über einen Einwohnerrückgang nicht eintrafen, dass wir heute im Gegenteil wegen des rasanten Zuzugs in den Havelauen und anderswo vor der wunderschönen Aufgabe stehen, neue Kitas und Schulen in Werder (Havel) errichten zu müssen.“

Das Ehrenbürgerrechts ist die höchste Ehrung der Stadt Werder (Havel) für Personen, die sich um sie besonders verdient gemacht haben. Werner Große bekomme sie auch für all diejenigen verliehen, die seit der Wende daran mitgewirkt haben, dass Werder heute eine Stadt des Sport, der Wirtschaft und des Obstbaus ist, der kommunale Haushalt auf einer soliden Basis steht, dass die Stadt als Erholungsort immer bekannter wird, die Gästezahlen am beliebtesten Urlaubsziel der Reiseregion Havelland weiter steigen, so die Bürgermeisterin. „Werner Große stand als langjähriger, früherer Bürgermeister im Zentrum dieser Bemühungen.“

Werner Große betonte, dass er die Ehrung stellvertretend für die Bürger entgegennehme, „die mit Gemeinsinn und Engagement aus Werder gemacht haben, was es heute ist“. Sein Dank gelte seiner Familie, den Rathausmitarbeitern, der Partnerstadt Siegburg für die Unterstützung der Verwaltungsarbeit in den ersten Nachwendejahren und den Stadtverordneten als seinen Dienstvorgesetzten. Große äußerte am Schluss seiner Danksagung einen Wunsch: „Lasst uns den Gemeinsinn und das Wir-Gefühl in unserer Stadt stärken.“

Die Festsitzung der Stadtverordneten war anlässlich des 700. Stadtjubiläums einberufen worden, am Wochenende vom 15. und 16. Juli  wird das Jubiläum in der Altstadt gefeiert. In einer Festrede würdigte Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, die Erfolge der Werderaner Stadtgeschichte. In den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Lebensqualität habe sich die Stadt in ihrer Geschichte auf Wachstum verstanden, als Obst- und Gemüsekammer zum Ausflugsziel entwickelt. Doch nicht nur Touristen, auch Zuzügler kamen und kämen auch heute in die Stadt. „Bedenkt man, dass und die Demoskopen über Jahre prognostiziert haben, dass nur die Großstädte wachsen werden, kann Werder hier mit Stolz einen Kontrapunkt setzen.“

Der frühere Ministerpräsident Manfred Stolpe, der selbst nicht dabei sein konnte, schickte ein Grußwort. Er habe miterlebt, wie Werder nach der Wende seine Chancen erkannte und gemeinsam nutzte. „Werder war die erste Stadt in der ehemaligen DDR; über die über die im fernen Westen und im Süden Deutschlands positiv berichtet wurde: Keine Jammer-Ossis, keine Abstauber sondern Frauen und Männer, die die Stadt mit Fleiß und Frohsinn voranbrachten.“ Das Land Brandenburg könne stolz auf Werder (Havel) sein.

Bei der Festsitzung gab es eine weitere Ehrung: Die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung und langjährige Bürgermeisterin des Werder-Ortsteils Bliesendorf, Annette Gottschalk, trug sich ins Goldene Buch der Stadt Werder (Havel) ein. Werders 1. Beigeordneter Christian Große erinnert daran, wie sich Bliesendorf 1998 nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid in die Stadt Werder eingliedern ließ, obwohl keine gemeinsame Grenze bestanden habe. Der Gesetzentwurf zur Gemeindereform sei deshalb eigens für diesen Fall geändert worden.

In harten Verhandlungen habe Annette Gottschalk einen guten Eingliederungsvertrag erwirkt und damit den Grundstein für weitere Eingemeindungen nach Werder gelegt. Auch danach habe Annette Gottschalk, die noch bis 2014 als ehrenamtliche Ortsvorsteherin war, viel für Bliesendorf erreicht. Darüber hinaus leite die 60-Jährige seit 2003 die Stadtverordnetenversammlung, habe in dieser Funktion stets das Wohl der Stadt und die Würde des Parlaments im Blick behalten.

(Text: Pressemitteilung der Stadt Werder)

 

Autor
Michael Bergemann