Wie fahrradfreundlich ist Brandenburg?

Gepostet am 19. Februar 2015 um 11:05 Uhr
ADFC-Fahrradklima-Test 2014: Wie fahrradfreundlich ist Brandenburg?
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Wie fahrradfreundlich sind Brandenburgs Kommunen? Diese Frage stellte im Herbst 2014 der ADFC-Fahrradklima-Test bundesweit. 2.906 Brandenburgerinnen und Brandenburger haben in 19 Kommunen anhand von 27 Fragen ihre Städte und Gemeinden nach dem Schulnotensystem bewertet. Die Gewinnerstädte aus ganz Deutschland werden heute um 11 Uhr im Bundesverkehrsministerium geehrt. Aus Brandenburg hat es Ketzin/Havel unter die Preisträger geschafft. Weitere Spitzenplätze belegen Potsdam, Oranienburg und Eberswalde. Im soliden Mittelfeld bewegen sich z.B. Cottbus, Schwedt/Oder und Hennigsdorf, während Frankfurt (Oder), Teltow und Falkensee momentan noch Schlusslichter bilden. „Radfahren macht im Prinzip Spaß, die Bedingungen sind aber oft schlecht“ – das ist, verkürzt gesagt, die Kernbotschaft der Befragten. Der Fahrradklima-Test zeigt, was schon gut läuft und wo dringend etwas getan werden muss.

ADFC-Fahrradklimatest 2014 | Ergebnistabelle Land Brandenburg

Grafik ADFC

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Konkrete Maßnahmen
An den Ergebnissen lässt sich ablesen, dass die Situation zum Teil schon mit überschaubaren Maßnahmen verbessert werden könnte, so zum Beispiel durch konsequenten Herbst- und Winterdienst für Radwege sowie radfreundliche Lösungen an Baustellen. Insgesamt  ist jedoch ein Umdenken nötig. „Mehr Radverkehr ist gesellschaftlich gewünscht und politisch gewollt. Jetzt brauchen wir mehr Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die das Rad zu ihrer Priorität machen“, so ADFC Brandenburg-Vorsitzender Dirk Israel. „Wer lebenswerte Städte will, muss weg von der autogerechten Stadt und mehr Platz schaffen für Menschen, die mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen.“

Spitzenreiter, Aufholer und Schlusslichter

Eingeteilt wurden die Kommunen in drei Größengruppen: erstens 100.000–200.000 Einwohnerinnen und Einwohner, zweitens 50.000–100.000 Einw. und drittens unter 50.000 Einw. Der ADFC-Landesvorsitzende Dirk Israel sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt. Die Umfrage zeigt für die Spitzenreiter in Brandenburg, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt.“ Dies gilt in Brandenburg zum Beispiel für Potsdam, das bundesweit den vierten Platz von 37 Plätzen in der ersten Größengruppe belegt. Auch Oranienburg und Eberswalde holen im Vergleich zu 2012 noch einmal kräftig auf. Sie glänzen mit konkreten Maßnahmen zur Radverkehrsförderung und werden dafür mit den Plätzen 14 und 18 von bundesweit 292 Plätzen in der dritten Größengruppe belohnt. In derselben Größengruppe belegt Ketzin/Havel als Neueinsteiger bundesweit den zweiten Platz (unter 292 Kommunen) und wird dafür vom Bundesverkehrsministerium geehrt. Laut der Umfrage macht Fahrradfahren in der 6.000-Einwohner-Stadt einfach Spaß – die Aussage „Alle fahren Rad – ob alt oder jung“ findet großen Zuspruch.

In Frankfurt (Oder) hingegen werden Radfahrerinnen und Radfahrer im Straßenverkehr laut der Umfrage nicht genügend respektiert. In der Öffentlichkeit wird kaum aktiv für das Fahrradfahren geworben. Besonders unzufrieden sind die Befragten mit Beschaffenheit, Reinigung und Winterdienst auf Radwegen. So landet die Stadt in der zweiten Größengruppe bundesweit zunächst auf dem 92. von 100 Plätzen. Nicht viel besser kommen in der dritten Größengruppe Teltow und Falkensee davon, die sich vorerst mit den Plätzen 245 und 258 von insgesamt 292 begnügen müssen. Dort ärgern sich die Befragten besonders über Konflikte mit Autos, geduldetes Parken auf Radwegen und schlechte Führung an Baustellen. Landesweit sind Radfahrerinnen und Radfahren mit den Fahrrad-Mitnahmemöglichkeiten im Öffentlichen Verkehr unzufrieden. Doch das muss nicht so bleiben: Konkrete Maßnahmen können das Verkehrsklima verbessern. Der Fahrradklima-Test zeigt, wo die Kommunen und das Land Brandenburg mit Unterstützung des ADFC ansetzen können.

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glaser